Über das Projekt

projektXchange möchte in punkto Migration, Integration, "Ausländer" erfrischende Akzente setzen:

Durch persönliches Kennenlernen des jeweils anderen, "Fremden", können Vorurteile, Ängste und Konflikte abgebaut und gegenseitiges Verständnis, Miteinander und Austausch gefördert werden. 


Wie aus A Letter To The Stars projektXchange wuchs.

Im Projekt A Letter To The Stars, dem größten und nachhaltigsten Zeitgeschichte-Projekt an Österreichs Schulen, haben in den vergangenen sechs Jahren mehr als 50.000 SchülerInnen gemeinsam mit ihren LehrerInnen die Lebensgeschichten von Ermordeten und Überlebenden des Holocaust recherchiert, dokumentiert und einzigartige Gedenkveranstaltungen begangen.
Durch die Hunderten Begegnungen zwischen Jugendlichen und Überlebenden der Shoa ist auch die Idee zum neuen, zusätzlichen Projekt des „Verein Lernen aus der Zeitgeschichte“ entstanden: projektXchange.

So wie die Begegnungen im Projekt "A Letter To The Stars" zu Freundschaften und Versöhnung über Generationen und Kontinente hinweg geführt und mitgeholfen haben, Verständnis sowie Zivilcourage zu fördern, so soll es jetzt möglich werden, dass durch neue Begegnungen österreichischer Jugendlicher mit Mitmenschen, die nach Österreich zugewandert sind, Verständnis, Toleranz und Offenheit gestärkt werden – einfach dadurch, dass man sich kennen lernt, sich respektieren lernt und vielleicht voneinander lernt.

projektXchange will in punkto Migration, Integration, „Ausländer“ neue, erfrischende Akzente setzen - sowie andere, spannende Zugänge eröffnen: Durch persönliches Kennenlernen des jeweils anderen, „Fremden“, wollen wir mithelfen, Vorurteile, Ängste und Konflikte abzubauen und stattdessen gegenseitiges Verständnis, Miteinander und Austausch zu unterstützen.

projektXchange bietet LehrerInnen und SchülerInnen eine Teilnahme auf drei - gleichwertigen - Ebenen an:


1. Botschafter der Integration

Persönlichkeiten mit Migrationshintergrund tauschen mit SchülerInnen ihre persönlichen Erfahrungen aus.

Rund 150 Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft, Sport, Wissenschaft, Medien oder Unterhaltung möchten in Österreichs Schulen über ihren Background, ihre Migration und Integration, ihre persönlichen Konflikte und Lösungen berichten – als Botschafter der Integration. (Die Liste wird permanent erweitert!)

Sie möchten mit ihrer persönlichen Geschichte zum einen als „role models“ vermitteln, dass es möglich und wichtig ist, trotz aller Schwierigkeiten in der neuen, zunächst fremden Heimat seinen Weg zu gehen, sich zu integrieren und dabei seine eigene Identität zu behalten. Sie sprechen mit Jugendlichen über ihr Leben, sie zeigen Chancen und Potentiale auf,  motivieren und animieren sich Ziele zu stecken und diese mit Engagement zu verfolgen. Zum anderen wollen sie SchülerInnen zeigen, dass ein offenes Miteinander, kein Nebeneinander oder gar Gegeneinander, zu einem fruchtbaren Austausch, von dem alle profitieren, führen kann. Die Begegnung mit den Botschaftern der Integration soll mithelfen, aufeinander zuzugehen.

Die SchülerInnen, die einen Gast an ihre Schule einladen (die Auswahl erfolgt nach der Anmeldung in Abstimmung mit dem Projektteam) werden sich in der Vorbereitung mit dem politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Hintergrund dessen früherer Heimat auseinandersetzen - vielleicht können dabei auch MitschülerInnen, die oder deren Familien aus dem selben Land zugewandert sind, helfen.
Die Recherchen können zum einen z.B. die Religion, die Parteien, die Geografie oder die Geschichte des jeweiligen Landes betreffen, zum anderen aber auch z.B. die Alltagskultur von Musik bis Mode, von Sport bis Medien. Die gesammelten Informationen werden dem Gast als Geschenk überreicht. Der Inhalt kann gemeinsam besprochen werden und so wertvolle Impulse liefern.

Sowohl die Recherche in der Vorbereitung als auch der Besuch werden von den SchülerInnen auf www.projektXchange.at multimedial dokumentiert. Jede Schule, die am projektXchange mitarbeitet, erhält einen eigenen Zugang zur Seite, die Projektergebnisse - Berichte, Bilder, Audiofiles, Videos, Blogs etc. - können von LehrerInnen und SchülerInnen in einfachen Schritten jederzeit online bearbeitet und publiziert werden.

Die Botschafter der Integration freuen sich auf diese Einladung!


2. Das "Fremde ums Eck"

SchülerInnen lernen ihre fremden Nachbarn kennen - die Moschee, die Flüchtlingspension, den Jugendklub, den Kebab-Stand ...

„Fremde sind Freunde, die man noch nicht kennengelernt hat.“

Fremdenfeindlichkeit oder tatsächliche Probleme mit „Ausländern“ wie z.B. Konflikte zwischen SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund können nicht durch Schönreden oder Negieren und erst recht nicht durch Schüren von Ängsten und Vorurteilen gelöst werden.

Dies geht nur, indem sich die einander „Fremden“ kennen lernen - und genau diese Begegnungen will projektXchange schaffen.

Die SchülerInnen besuchen mit ihren LehrerInnen – vermittelt und betreut vom projektXchange-Team – in ihrer Umgebung z.B. eine afrikanische Kirche, das Integrationshaus, den serbischen Kulturverein oder den türkischen Fußballklub, in dem vielleicht sogar Mitschüler tätig sind.

Die Annäherung an „das Fremde ums Eck“ kann die einander fremden Nachbarn näher bringen, in jedem Fall kann sie dazu beitragen, dass gegenseitiges Verständnis und ein positiver Austausch möglich werden. Ziel ist es, dass die nun nicht mehr ganz fremden Nachbarn gemeinsame Aktivitäten setzen: Das kann ein Straßenfest sein, ein Fußballspiel, ein Essen, eine Diskussions-Veranstaltung, ein Konzert – und mitunter dazu führen, dass aus Fremden tatsächlich Freunde werden.


3. Soziales Engagement zeigen

SchülerInnen können sich bei Caritas, Diakonie, Hilfswerk Österreich, Rotes Kreuz und Volkshilfe sozial engagieren.

„Wer mit den Augen eines anderen sehen, mit den Ohren eines anderen hören und mit dem Herzen eines anderen fühlen kann, der zeichnet sich durch Gemeinschaftsgefühl aus.“ (Alfred Adler)

In der dritten Ebene von projektXchange können sich einzelne Jugendliche unter dem Dach der acht großen karitativen Kooperations-Partner engagieren.

Caritas, Diakonie, Grenzenlos, Hilfswerk, Land der Menschen, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe laden die SchülerInnen ein, sich in ihrer Nähe persönlich mit und für Menschen einzusetzen - etwa, indem sie bei der Betreuung von Flüchtlingen mitwirken, Kindern oder auch alten Menschen helfen, Deutsch zu lernen, jungen MigrantInnen ihre Stadt / ihren Ort zeigen, oder einfach, indem sie Freundschaften knüpfen.